Am 19.12.2009 waren die
Emmertinger Alzdeifen bei uns


Perchten und was sie treiben: Nicht nur zum Erschrecken sind sie da. Die schaurigen Gesellen haben unterschiedliche Charaktere und Aufgaben.
Es gibt die Tänzer, Musiker, Schlenzer, Schiache, „schöne” Perchten und die Frau Perchter: Zum Beispiel sind die „Schönperchten” zuständig für Musik und Tänze , sie haben helle und lieblich aussehende Kostüme, beruhigen den Umzug etwas. Sie stehen als die guten Geister.
Schlenzer: werden die genannt, die sich unter die Zuschauer mischen, um sie zu ärgern und sie zu erschrecken.
Schiache: Sind die mit Masken, die unheimlich, zottlig, und furchteregend aussehen.
Frau Perchter: Gibt es in zweifacher Gestalt. Nach einer Sage brauchen Kinder und Frauen nur nach ihr zu rufen, um Schutz zu bekommen. Sie macht ihnen Mut und nimmt ihnen die Ängste, gibt ihnen Kraft in allen Lebenslagen. Aber andererseits zieht sie mit ihrer Meute durch die Nächte und bestraft ungehorsame Menschen. Bei Läufen wird sie meist durch eine Doppelmaske zum Ausdruck gebracht.
Wo die Perchten am meisten zu sehen sind: In Tirol bis Niederösterreich, Altbayern, Baden, Steiermark u.s.w.
Wer sind die Perchten eigentlich? Die Perchtenläufer sind meistens Männer, die in den Raunächten häufig im oberösterreichischen, Salzburger und südbayerischen Raum ihr Unwesen treiben.
Das Brauchtum der Perchten: Perchten sind im alpenländischen Brauchtum vorkommende Schreckensgestalten, die meist von Dezember bis Mitte Januar auftreten. Sie haben Ähnlichkeiten zum Krampus und sind meist die Begleitung vom Nikolaus. Von der Sagensgestalt Frau Perchta leitet man auch den Namen der Perchten ab. Die Percht als Teil der wilden Jagd war auch schon in der Antike ein fester Bestandteil der Neujahreszeremonie. Die Ähnlichkeit zwischen Knecht Ruprecht und den Perchten lässt eine Verbindung zwischen den beiden Figuren erahnen. Dafür spricht auch ihr bestrafendes bzw. belohnendes Verhalten sowie dass beide in den Wintermonaten auftreten. In den 50er Jahren und vereinzelt noch heute finden in manchen Orten in Südbayern, Österreich und in den Alpen die Perchtenläufe statt, vermehrt in der Zeit zwischen 5. Dezember und der Nachweihnachtszeit (den Raunächten von Heiligabend bis Dreikönigstag). In Salzburg wurde das Fest der Perchta 1941 zum letzten Mal mit Masken gefeiert. So genannte Schönperchten finden sich noch heute in verschiedenen Orten wieder. Neben den Schönperchten treten auch Schiachperchten auf. Auch in Bayern finden noch heute z.B. in Nonn bei Bad Reichenhall oder Kirchseeon bei München Perchtenläufe statt. Angeregt durch ältere Überlieferungsfragmente, findet seit 1954 das Perchtenlaufen wieder statt. Wichtiges Utensil eines Perchten ist die Glocke, weil damit der Winter ausgetrieben werden soll. Der Brauch von Perchten wird im Volksmund als glücksbringendes Omen hochgehalten.

Perchtengruppen und Pässe: Viele dieser Perchtenaufführungen sind aber eher als touristische Attraktion, denn als lebendiges Brauchtum zu bewerten. Es existieren jedoch noch eine Vielzahl von Gruppen, Pässe und Vereine die Perchtenläufe veranstalten. Das Perchtenlaufen vermischt sich mit einem anderen Brauch der Alpenregion, dem Krampuslaufen. Die wilde Jagd gibt es noch heute.
Wir wünschen Euch Viel Spaß!!!!!!!!!!!!!!